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Bouldern in schwierigen Zeiten oder wieso Körpererfahrungen für Veränderungen wichtig sind.

vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit
Eine Frau in der Boulderhalle verbidet sich den Finger mit Tape

Wer schon mal klettern war (oder eben bouldern) weiß, beides geht nur, wenn ich im Kopf voll im Moment bin.

Konzentration für jede Bewegung und jeden Griff. Gedanken schweifen lassen?

Kann man machen, meist führt der Weg direkt auf die Matte.


Genau das schätzen die meisten bouldernden Menschen sehr. denn Gedankenspiralen und Selbstkritik haben hier striktes Schweifverbot.


Nada. Nix is mit Grübeleien.


Das einzige, was hier begrübelt wird, ist, wie ich die nächste Route schaffe. Das dauert oft Stunden, Tage oder Wochen und genau darin liegt der Reiz. Intensiv und klar wird beim Bouldern die Prozessarbeit erlebt.


Wie setze ich den nächsten Tritt, wie den nächsten Griff? Drehe ich mich linksherum oder nach rechts? Wie fühlt sich die Belastung im Finger an? Kann ich 60 Kilo 5 Sekunden länger halten, wenn ich mit mehr Schwung arbeite oder doch lieber statisch?


Für all das gibt es einen Rahmen: Kraft, Dynamik, Technik. Könnt ihr alles lernen.


Der Kern des Ganzen ist für mich und oftmals auch meine KlientInnen: wie erlebe ich meinen Körper im Moment? Unter Druck und Angst vor dem Fallen? Was macht das mit mir? Ist die Vorstellung, die ich über mich habe, in dieser Situation auch real oder reagiere ich völlig anders?


Barbara bouldert Routen, die mit Ängsten konfrontieren. "Bin ich dann eigentlich noch die Person, die ich gern sein möchte? Reagiere ich, wie ich will oder hat mein Körper hier die Oberhand?"
Barbara bouldert Routen, die mit Ängsten konfrontieren. "Bin ich dann eigentlich noch die Person, die ich gern sein möchte? Reagiere ich, wie ich will oder hat mein Körper hier die Oberhand?"

Und hier sind wir beim Kern der Sache für die Coachingarbeit angekommen.

Denn Bouldern zeigt uns klar und deutlich, wie wir unter Druck reagieren.

Und wir können intensiv unseren Körper erleben und kennenlernen.


Das hat 2 wichtige Effekte. Zum einen stärke ich die Körpererfahrung, als das Erleben und Spüren des eigenen Körpers.


Ich lerne Signale des Körpers wahrzunehmen und in einem kontrollierten Rahmen neu zu deuten und ich stärke die Tiefensensibilität.


Also: wie fühlt sich ein Griff an? Wie der Tritt? Wie riecht die Wand?

All das erdet und verbindet uns mit dem Hier und Jetzt, dem Moment. Essentiell für Menschen in intensiven Belastungsphasen. Zum Beispiel während der Jobsuche, in der Arbeitslosigkeit oder in psychisch belasteten Lebenssituationen.


Effekt 2: nicht jede Idee, die ich über mich und die Welt habe, erweist sich hier als wahr. Die Angst warnt mich vor dem bevorstehenden Fall, aber es passiert: genau, nichts. Im besten Fall schaffe ich die Route sogar. Das hilft, dem Gedankenkäse in unserem Hirn, reale Körpererfahrungen entgegenzusetzen. Wir haben also konkrete Argumente, die wir dem Quatsch im Kopf gegenhalten können.


Das beweist, dass unsere Realität oft aus Ideen im Kopf besteht: Voraussagen unseres Gehirns, der alten Energiespar-Socke. Und oft stimmt das nicht. Wir brauchen aber eben die konkrete Körpererfahrung, sozusagen eine sensorische Blaupause, um eine andere Realität bauen zu können.


Wenn der Körper nicht weiß, wie sich eine neue Situation anfühlt, hat er auch große Schwierigkeiten, das Risiko dafür einzugehen. Also geben wir ihm neue Erfahrungen in einem anderen Rahmen.


Und genau das erprobe ich in meinem Climb&Grow Format. Gemeinsam mit mir könnt ihr euch hier in sicherem Rahmen ausprobieren, den Körper intensiv erleben und den Reflexionsraum nutzen.


Auch hierfür gibt es einen klaren Ablauf:


  • Ankommen und Rahmen klären. Hallenregeln gehören hier genauso mit dazu, wie eure Fragen, Wünsche und Ängste.

  • Aufwärmen und Einklettern.

  • Gemeinsam Routen erkunden. Welche Route enstpricht eurem Leben gerade? Was seht ihr an der Wand? Wie steht ihr? Wie fühlt ihr euch unter Druck?

  • Reflexionspause.

  • Wieder an die Wand und Alternativen in Bewegung oder Haltung prüfen.

  • Erneutes Reflektieren und meist ist dann auch schon fast gut, sodass wir hier einen guten Abschluss finden.


Das Ganze dauert alles in allem 2 Stunden. Getränk und Fotoprotokoll sind mit dabei. Genauso wie Eintritt und Schuhleihe.


Quellen:


Bouldern und Körperwahrnehmung: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32164679/

Bouldern in Physio- und Ergotherapie: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-69034-5

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